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LIFE Child

GeoEtiology - wie ist der Einfluss der gebauten und sozialen Umwelt auf die Entstehung von Zivilisationserkrankungen?

Das aktuelle Forschungsprojekt GeoEtiology geht der Frage auf den Grund, wie sich die soziale und gebaute Umwelt, in der wir leben auf unser Verhalten und damit auch auf unsere Gesundheit auswirkt. So beeinflussen Parks und Wälder unser Verhalten, indem sie zum Spazierengehen einladen; und die Erreichbarkeit von Einkaufsmöglichkeiten beeinflusst, was und wie wir einkaufen. Inzwischen ist bereits bekannt, dass das Auftreten von Zivilisationserkrankungen geographisch ungleich verteilt ist. So schwankte bezugnehmend; auf Adipositas der Anteil übergewichtiger Schulanfänger in Sachsen 2016 zwischen 5,3% (Dresden) und 13,7% (Nordsachsen). Auch für das Stadtgebiet von Leipzig zeigen die Statistiken unterschiedliche Verteilungen stark übergewichtiger Kinder und Erwachsener. Doch warum ist das so und welche Einflussgrößen spielen dabei eine Rolle? Zur Beantwortung dieser Frage wertet das Team von GeoEtiology umfangreiche Geoinformationsdaten aus. Der Anteil von Grün- und Industrieflächen, Erreichbarkeit von Schule und KiTa und der öffentliche Nahverkehr sind nur einige Beispiele. Die Befragung von Leipziger Kindern und ihren Eltern im Rahmen des LIFE Child Untersuchungsparcours sollen Informationen darüber erbringen, wie Ressourcen genutzt werden und wie wohl sich Familien in Ihrer Wohnumgebung fühlen. 

Gleichzeitig werden die unterschiedlichsten Gesundheitsparameter wie Größe und Gewicht, Blutparameter und Fitness erhoben. Wir hoffen, so die Zusammenhänge zwischen der Lebenswelt und der Entwicklung von Krankheiten wie kindlicher Adipositas, Asthma und Verhaltensauffälligkeiten erklären zu können. 

Auf dieser Grundlage entwickelt das interdisziplinäre Team von GeoEtiology Kennzahlen, die helfen sollen, verschiedene Aspekte der Wohnumgebung zu bewerten und informierte Entscheidungen für zukünftige Stadtentwicklungs- und Infrastrukturpolitik zu treffen: Ist ein Viertel tatsächlich fußgängerfreundlich? Werden Spielplätze oder Sportstätten nur genutzt, wenn sie zu Fuß erreichbar sind? 

Die Erkenntnisse aus dem Projekt dienen der Formulierung von Handlungsempfehlungen, die die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen und das Wohlbefinden auf Stadtteilebene fördern. Möglicherweise ist durch einfache Änderungen und Modifikationen der gebauten Umwelt eine starke Verbesserung insbesondere in vernachlässigten Risikogebieten zu erreichen.

Projektinfo

Projektleitung 

Prof. Dr. med. Antje Körner

Prof. Dr. med. Wieland Kiess

Dr. rer.med. Mandy Vogel

 

Kooperation(en)

Leibniz-Institut für Länderkunde (ifl)

 

Laufzeit

02/2018-12/2020

 

Projektförderung

Diese Maßnahme wird mitfinanziert mit Steuermitteln auf Grundlage des von den Abgeordneten des Sächsischen Landtags beschlossenen Haushaltes. 

 

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