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Public Relations & Press

 

08. Mai 2011

LIFE-Forschergruppe gewinnt Posterpreis in Taiwan

38,2 Prozent der 75- bis 99-Jährigen zeigen depressive Symptome. Das fand ein Forscherteam des Instituts für Sozialmedizin, Arbeitsmedizin und Public Health an der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig fand heraus. Die Arbeitsgruppe, angeführt von Dr. Melanie Luppa, erforscht psychiatrische Erkrankungen in der Altersgruppe 75+. „Obwohl sich die Zahl der Über-80-Jährigen bis 2050 auf über 10 Millionen* nahezu verdreifachen wird, fehlten bislang zuverlässige Daten speziell zur Depression“, erklärt Dr. Tobias Luck, Wissenschaft-licher Mitarbeiter am Institut. Besonders betroffen sind beispielsweise Verwitwete, ihr Risiko liegt 1,56-mal höher als das der Verheirateten. Menschen mit niedriger Bildung haben ein 1,47-faches Risiko an einer Depression zu erkranken im Vergleich zu Personen mit mittlerer Bildung. Vergleicht man diese Wahrscheinlichkeit mit den Menschen, die höhere Bildung genossen haben, steigt sie sogar auf das 2,17-Fache.

Depression wächst aber auch mit sozialer Vereinsamung. Abgefragt wurden deshalb die Aktivitäten im sozialen Umfeld: „Wie häufig sehen Sie Ihre Kinder und Verwandten?“, „Haben Sie Freunde in der Umgebung?“, „Besuchen Sie Veranstaltungen eines Vereins, Clubs, Vorlesungen oder desgleichen?“ Für die Auswertung wurde ein sozialer Netzwerk-Index zwischen 0 und 12 gebildet – wobei 12 für ein umfangreiches soziales Netzwerk steht. Mit jedem Punkt weniger steigt das Risiko für eine Depression um den Faktor 1,11. Ein bedeutender Risikofaktoren war auch die subjektive Einschätzung der eigenen Gesundheit: Personen, die sich selbst einen schlechten oder sehr schlechten Gesundheitszustand attestierten, hatten ein 6,17-faches Risiko für eine Depression im Vergleich zu denen, die sich selbst das Prädikat gut und sehr gut gaben.

„Gegenüber der landläufigen Meinung, haben wir herausgefunden, dass nicht Geschlecht und Alter die Wahrscheinlichkeit einer Depression automatisch erhöhen“, erklärt Tobias Luck. „Berücksichtigt man die oben genannten Unterschiede in den psychosozialen Faktoren, der Gesundheitseinschätzung oder auch der Bildung, ist der Einfluss von Geschlecht und Alter auf die Wahrscheinlichkeit depressiver Symptome statistisch nicht mehr bedeutsam.“ Prof. Steffi Riedel-Heller, Direktorin des Instituts für Sozialmedizin, Arbeitsmedizin und Public Health fügt hinzu: „Im Alter verändern sich die Lebensumstände mitunter so, dass die Entwicklung einer Depression begünstigt wird. Damit ist also der Einzelne nicht hilflos der Gefahr ausgeliefert, sondern hat vielmehr ein paar wichtige Stellschrauben in der Hand. Politik und Gesundheitswirtschaft sind nun gefordert bei der Feinjustierung zu helfen. Folglich sind auch für die Ältesten der Bevölkerung neue Therapiekonzepte gefragt, was auch ökonomisch sinnvoll ist.“

Diese Leipziger Studie über das Altern gewann beim 13. Kongress der International Federation of Psychiatric Epidemiology (IFPE) in Taiwan einen von fünf Posterpreisen – eingereicht wurden 170 Arbeiten. Die Publikation zum prämierten Poster ist vom International Journal of Geriatric Psychiatry angenommen. Die Autoren der Publikation sind: Melanie Luppa, Claudia Sikorski, Tobias Luck, Siegfried Weyerer, Arno Villringer, Hans-Helmut König und Steffi G. Riedel-Heller.

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