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Public Relations & Press

 

3. August 2011

Sachsen hat geringste Säuglingssterblichkeit deutschlandweit

Mit etwas mehr als 0,25 Prozent hat Sachsen die geringste Säuglingssterblichkeit in Deutschland. Diese Zahlen der Jahre 2006 bis 2008 veröffentlichten jüngst das Robert Koch Institut und das Statistische Bundesamt. Vergleicht man diese Ergebnisse mit denen der Jahre 1991 bis 1993 im Freistaat, ist das ein Rückgang um 61 Prozent. Ähnlich positive Entwicklungen gibt es in den anderen neuen Bundesländern. Hier starben von 1.000 Lebendgeborenen nur durchschnittlich 3 Babys (0,3 Prozent) in den alten Bundesländern und Berlin waren es 3,85 (0,385 Prozent). Die Fortschritte können sich auch deutschlandweit sehen lassen. In der Bundesrepublik ist die Säuglingssterblichkeit durchschnittlich um reichlich 40 Prozent gesunken. Bundesweit sterben mehr Jungen als Mädchen (4,1 versus 3,3 Sterbefälle pro 1.000). Einzige Ausnahme ist Sachsen-Anhalt mit jeweils 3,3 Fällen.

Im europäischen Vergleich liegt die Bundesrepublik im Mittelfeld bleibt aber unter dem europäischen Durchschnitt. Die geringste Säuglingssterblichkeit haben Schweden, Finnland und Norwegen. Sachsen liegt aber auf einem ähnlichen niedrigen Niveau. Weitere Zahlen finden Sie in der Gesundheitsberichterstattung des Bundes, Heft 52, S. 23 ff.
 

Interview mit Dr. Mirja Quante, seit 1. Mai Studienärztin bei LIFE-Child, zur Säuglingssterblichkeit und Sachsens erfreulichem ersten Platz. 

Sachsen schneidet in der Statistik zur Säuglingssterblichkeit besonders gut ab. Wo sehen Sie die Ursachen?
Dr. Mirja Quante: Ein erhöhtes Sterblichkeitsrisiko haben Säuglinge mit niedrigem Geburtsgewicht, Fehlbildungen oder nach Schwangerschaftskomplikationen. Hier hilft die gute Klinikinfrastruktur in Sachsen. Zudem sehe ich eine hohe Kooperationsbereitschaft zwischen kleineren Krankenhäusern, niedergelassenen Ärzten und den hoch spezialisierten Unikliniken. Deutet sich eine Risikoschwangerschaft an, so überweisen die Kollegen die werdende Mutter meist schon sehr früh in ein spezialisiertes Zentrum, wo sie eine optimale Behandlung erfährt. Außerdem hat Sachsen ein vorbildliches Neugeborenen-Screening und nimmt auch hier eine Vorreiterrolle ein.

Ist also Prävention ein maßgeblicher Schlüssel für die guten Zahlen?
Dr. Mirja Quante: Prävention ist in der Tat sehr wichtig und da braucht sich die Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin hier an der Uni nicht zu verstecken. Seit Jahren wird auf diesem Gebiet intensiv geforscht. Wichtig ist, dass man schon sehr früh beginnt das entstehende Leben zu beobachten, denn viele Komplikationen in der kindlichen Entwicklung beruhen bereits auf vorgeburtlichen Zusammenhängen. Das ist auch der Ansatz, den wir mit dem Forschungsprojekt LIFE-Child verfolgen. 

Welche Schwerpunkte setzten Sie in der Gesundheitsstudie LIFE?
Dr. Mirja Quante: Ich persönlich interessiere mich vor allem für das Schlafverhalten von Kindern und deren Eltern. Gegenwärtig erforschen wir, ob Schlafstörungen der werdenden Mutter mit Atemaussetzern die Entwicklung des Kindes negativ beeinflussen. Aber LIFE ist ja ein großes Forschernetzwerk. Gemeinsam untersuchen wir beispielsweise, warum untergewichtige Neugeborene häufiger Entwicklungsdefizite aufweisen und ein erhöhtes Risiko für Übergewicht und Diabetes mellitus haben. Außerdem beobachtet LIFE das Paarverhalten der (werdenden) Eltern zueinander und dessen Einfluss auf das Kind im späteren Leben. Ich bin mir sicher, mit LIFE werden wir viele Erkenntnisse für spätere Präventionsprogramme erhalten.

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